Die Geschichte Georgs, erster Prior des Ordens der Bewahrer




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Die Geschichte Georgs, erster Prior des Ordens der Bewahrer

Beitragvon Andreas » Do 29. Aug 2019, 17:06

Niederschrift der Geschichte von Ritterbruder Georg, erster Prior des Ordens der Bewahrer des Erbes und der Werte der heiligen Liadara von Weltenwacht

Mein Name ist Georg, erster Prior des Ordens. Früher einmal hieß ich Georg von Hauenstein, der zweite Sohn aus einem kleinen Adelshaus aus dem Falkenreich. Den Großteil meines bisherigen Lebens hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich jemand für mein Leben interessieren könnte oder es Taten gebe würde, die es wert wären, dass sie aufgeschrieben werden, auf dass sie anderen als Stütze und Inspiration dienen. Die Gnade des Silbernen Drachen hat es bewirkt, dass es anders wurde, aber ich sollte beim Anfang beginnen, auf das es allen, die diese Zeilen lesen, leichter fällt meine Geschichte zu verstehen. Hätte ich schon früher gewusst, dass meine Erlebnisse einmal eine gewisse Bewandnis haben könnten, hätte ich früher angefangen meine Geschichte aufzuschreiben, daher vergebt mir, wenn manche Erlebnisse nicht genau in das entsprechende Jahr passen. Ich habe alles erlebt, was hier niedergeschrieben steht, aber ich kann rückblickend nicht bei allen Dingen sagen, was früher oder später kam.

Der Anfang

Ich wurde vor 39 Jahren im Falkenreich auf dem kleinen Landgut der von Hauensteins, meiner Eltern, geboren. Ich bin der zweite Sohn meiner Eltern und demzufolge nicht der Erbe des Hauses. Ich hege keinen Groll auf meinen Bruder, er macht seine Sache gut und wird zu Recht das Erbe meines Vaters antreten. Mit der Gewissheit niemals unser Landgut zu besitzen, musste ich mich schon früh damit auseinandersetzen, dass ich anders meinen Weg bestreiten musste. Das Waffenhandwerk lag mir und so wählte ich den Weg des Kriegers. Wir wurden im Lichte des Silbernen Drachen erzogen, wobei ich zugeben muss, dass ich zu dem Zeitpunkt in meinen Jugend noch nicht sehr tiefgründig daran glaubte. Sicherlich kenne ich die Gebete an den Silbernen aber wirklich begeistert war ich mehr vom Klang der Waffen. Wie es üblich ist, wurden wir von meinem Vater im Kampf unterwiesen und so entwickelte ich mich zu einem leidlich guten Kämpfer, der sowohl mit Schild und Schwert oder Axt als auch mit einer Langwehr seinen Mann stehen konnte. Völlig unklar war zu diesem Zeitpunkt noch, für was ich stehen sollte. Meine Jugend spielt zurückblickend keine so große Rolle, daher möchte ich niemanden damit zu sehr beschäftigen. Wie es Brauch ist, wurde ich als zweiter Sohn des Hauses mit Erreichen des 17. Lebensjahres aufgefordert, mich anderswo zu verdingen, damit es keinen Streit um das Erbe meiner Eltern gibt. So zog ich in die Hauptstadt des Falkenreiches, um dort in das Heer des Falkenkönigs einzutreten. Ich wurde aufgenommen und als Streiter in deren Reihen eingegliedert. Nach einigen Jahren wurde ich Waibel und erhielt den Befehl über einige Kämpfer. Viel zu kämpfen gab es zu dieser Zeit nicht, da das Falkenreich nicht attackiert wurde, aber die Ausbildung war gründlich und streng und so konnte ich mich dort weiterentwickeln. Allein der Glaube an das Licht des Silbernen fehlte noch oder war nur schwach ausgeprägt. An dieser Stelle muss ich meinem Hauptmann dankbar sein, der deutlich mehr in mir sah, als ich zu diesem Zeitpunkt selbst in mir gesehen habe. Als ich mein dreißigstes Lebensjahr erreichte, war ich ein gestandener Mann mit Geschick in seiner Profession, nicht mehr und nicht weniger. Zurückblickend war dann entscheidend, dass aus der Stadt der Torwege, Weltenwacht, dem Zentrum unserer Welt der Ruf kam einige Streiter zu stellen, um das Gesetz in der Stadt durchzusetzen. Die Kaiserin selbst, das Licht dieser Welt wollte eine unabhängige Richterin einsetzen mit dem Titel Arayan und schickte dafür nach Streitern mit dem rechten Glauben, einem starken Waffenarm die von den internen Machtspielen in der Stadt noch nicht beeinflusst waren. Das ich dafür ausgewählt wurde, kommt mir im Nachhinein immer noch wie ein Traum vor, da ich es nicht recht greifen und glauben kann. Nichtsdestotrotz ist es so gewesen und so machte ich mich mit einem guten Kameraden auf den Weg zum Zentrum dieser Welt. Weltenwacht, allein bei dem Namen kribbelt meine Haut vor Ehrfurcht vor der Größe und Bedeutung. Die Stadt die entstanden war, um den Magiern einen geschützten Platz in der Welt zu verschaffen nachdem das Silberne Licht, dieser Orden der Silbernen mit Feuer und Schwert durch die Welt gezogen ist, um alle Magier auszulöschen. Es ist schon lange her, aber ein Stück weit brennt dieses Feuer in jedem Silbernen, da der Schwarze die Silberne Schöpfungsmacht geraubt hat und sie an die Menschen weitergegeben hat. Die Magier hatten sich mit Weltenwacht vor langer Zeit einen Zufluchtsort geschaffen und lange Zeit waren sie dort die Herrscher. Die Kaiserin aber in Ihrer Weisheit hatte entschieden, dass es genug sei und Magier und Nichtmagier gleichgestellt sein sollten. Die daraus resultierenden Spannungen sollten durch die Arayan besänftigt werden, damit vor dem Gesetz der Stadt alle gleich seien. Die Kaiserin hätte sich kaum eine bessere dafür aussuchen können, da diese Frau für Magie weder empfänglich war noch Magie wirken konnte. In einer Stadt voller Magier keine schlechte Sache. So kamen wir zu zweit in diese Stadt und unter den Befehl von Arayan und an dieser Stelle in meinem 31. Lebensjahr beginnt mein Leben wirklich.

Weltenwacht

Eine Stadt, die das Zentrum der Welt war, bekannt und strahlend wie keine andere. Versteckt und nur über Portale erreichbar. Was soll man dazu sagen? Alle die dort gewesen sind, haben die Größe gesehen. Die einzelnen Stadtteile, die Eisenstadt wo die Krieger wohnten und es viele Schmiede und Handwerker gab. Die Nebelstadt wo es die Seefahrer und die eher frei Denkenden hinzog und man auch viele Händler und Tavernen finden konnte. Die Altenstadt mit den Magiern und alten mächtigen Artefakten, wo eine Ablehnung gegen Nichtmagier herrscht und die gerne ihre alte Herrschaft über Weltenwacht zurück hätten. Die Sturmstadt mit einer bunten Mischung aus aller Herren Länder und nicht zu vergessen die Schattenstadt der Orks, einem dunklen Ort, wo sich nur wenige hin trauen. Verwunderlich daran ist, dass diese Orks die treuesten Anhänger der Kaiserin sind, eine Lektion, die ich auch erst lernen musste. Bleibt noch das Zentrum der Macht, die Thronhalle der Kaiserin, auf dem Hügel mitten in der Stadt, immer erhellt von Fackeln. Beim Eintreten in die lange Halle merkt man die Erhabenheit des Ortes und am Ende der Halle sitzt die Kaiserin auf ihrem Thron. Hier wachen wir, auf das unsere geliebte Liadara von Weltenwacht immer geschützt ist.

Die Reisenden

Es ist verstörend davon zu hören, dass Reisende zu uns kommen aus einer 2. Drachenwelt, nachdem unsere zerbrochen sein soll. Momentan fühlt sich der Boden unter meinen Füßen noch ganz fest an. Sie sagen, dass unsere Welt durch den Streit der Drachen zerbrechen wird. Eine beängstigende Vorstellung. Die Reisenden selbst sind irgendetwas zwischen Hilfe und Prüfung, zwischen Fluch und Segen zugleich. Segen bei treuen gut organisierten Truppen wie den Sturmbrechern, Krakantern, Siebentürmern und Eichentemplern. Fluch bei irgendwelchen marodierenden unorganisierten Gruppierungen die man sich auch leicht in den Reihen der Feinde vorstellen könnte. Viele Menschen der ersten Welt verschwinden und werden durch Reisende ersetzt. Das ist sehr verstörend. Ich hoffe es geht Ihnen gut. Die Drachen werden sich hoffentlich etwas dabei gedacht haben.

Ein silberner Funke

Ich stehe Wache vor dem Zelt von Arayan. Der Tag ist ruhig und das Wetter gut. Ein paar Dutzend Schritte weiter befindet sich das Ordenshaus des Schilds der Schöpfung. Ich kenne den Orden, habe mich aber noch nie näher damit befasst. Der Zabul der Gnade kommt auf mich zu und fragt mich, welchem Weg der Drachen ich folge. Silber sage ich, wohlwissend, dass mein Glauben nicht besonders stark ausgeprägt ist. Er lädt mich ein am Abend der Messe beizuwohnen. Ich nehme die Einladung an und bin gespannt, was mich erwartet. Zurückblickend ist das einer der Tage, die mein Leben entscheidend gestaltet haben. Das Ordenshaus ist sehr einfach, wie es für einen armen Orden zu erwarten ist. Die Predigt aber ist so fesselnd, so voller Zuversicht in die Gnade des Silbernen Drachen, dass in dem Moment auch mein Glaube entzündet wurde. Die Worte des Ordens klingen bis heute noch nach:
Wir sind der Schild der die Schwachen beschützt, wir sind der Schild an dem das Böse zerbricht!
Ein Leitspruch, der mich den Rest meines Lebens begleiten wird. Waranor, der Zabul des Krieges hat dieses Zeichen in meinen Augen gesehen. Ein erster wahrer silberner Funke in mir, der sich schon bald zu einer hellen Flamme entwickeln sollte.

Der Silion

Unvorstellbare Geschöpfe diese Silion. Mächtige Magier und damit dem Schwarzen Drachen zugetan, die sich freiwillig entschieden haben, auf Magie zu verzichten, indem sie Eisenmasken tragen. Nur die Kaiserin selbst darf ihnen befehlen, ihre Masken abzulegen, was dann zu einem wahren Sturm an magischer Kraft führen soll. Wer kann schon hinter so eine Maske blicken und wissen, was sie wirklich bewegt. Der erste dieser Silion, Sotun, hat die Kaiserin verraten. Wir sollen ihn einfangen. Auf der Wiese vor dem oberen Portal der Stadt können wir ihn stellen. Zwei Stadtwächter in schwerer Rüstung, Arayan in unserer Mitte und dieser Silion ohne seine Maske mit schwarz verfärbtem Gesicht. Er wirkt irgendetwas und mein Kamerad fängt an zu schreien und wegzurennen. So sind es nur noch wir. Wer weiß, was als nächstes auf mich einwirkt. Seis drum, ich habe eine Aufgabe. Ich gehe auf ihn zu und die Wehr fährt auf ihn herab. Magier oder nicht, scharfer Stahl im Kopf hat fast noch alles gestoppt. Im letzten Moment wirft er sich nach hinten und meine Langwehr fährt in den Boden auf dem er gerade noch gestanden hat. Er rennt um sein Leben und in meinem schweren Harnisch kann ich ihm nicht folgen. Später wird er von Reisenden gefasst und durch die Kaiserin ins Exil verbannt auf die Insel der Ungeheuer.

Die Kupfernen

Ich kam zu einer Zeit nach Weltenwacht, als Inat Laron, der Priesterkaiser der Kupfernen mit seiner Armee die Stadt bedrohte und attackierte. Armeen aus schwarz-weiß gekleideten Streitern, gut geordnet kamen durch die Portale der Stadt, um Weltenwacht zu erobern. Weltenwacht verfügt über keine Wehranlagen, da diese der Natur dieser magisch geschützten Stadt widersprechen. Die Phalanx aus Reisenden und Streitern unserer Welt bildete die Mauer, die unsere Stadt schützte. So tobte der Krieg gegen die Kupfernen viele Jahre bis es letztendlich gelang, Inat Laron zu binden und zu verbannen. Damals dachten wir noch, das wäre ein Sieg.

Brüder und Schwestern

Liadara von Weltenwacht, unsere geliebte Kaiserin ist zufrieden mit unserer Arbeit. Die Stadtwache der Arayan soll ausgebaut werden, um das Gesetz der Stadt noch besser durchzusetzen. Es kommen neue Brüder und Schwestern dazu, vornehmlich aus Eikenfjell, der Kornkammer von Weltenwacht und aus dem Falkenreich. Eine interessante Mischung an Sprachen, die bei uns an der Tafel vorherrscht. Gerade der Koch, Olaf, hat schon einen speziellen Akzent. Die meisten sind Anhänger des Silbernen Drachen aber es gibt auch andere. Hartmut folgt dem Roten Weg. Da wir inzwischen über 10 Wachen verfügen, muss eine Führungsstruktur her. Ich werde zum Hauptmann ernannt und es macht mich stolz diese Männer und Frauen unter meinem Kommando zu haben.

Der Schild der Schöpfung

Der Schild der Schöpfung ging aus dem Silbernen Licht hervor, welches im Zeitalter der Wunder auf der ganzen Welt gegen die Magier vorging, da die Schöpfungskraft nie für Sterbliche bestimmt war. Der Schild der Schöpfung kümmert sich um die einfachen Leute und bietet seinen Ordensbrüdern- und -schwestern den Weg der Gnade und den Weg des Krieges. Bei täglichen Problemen und sei es nur die Frage wo man eine Schüssel Essen bekommt, helfen die Ordensmitglieder und sind als Bettelorden bereit, nahezu jedem die Gnade des Silbernen Drachen zuteilwerden zu lassen. Mit dem Schild verbinde ich vor allem den Zabul des Krieges, Waranor von Gluthain, der mich auf den Weg des Silbernen lenkte und mit dem mich eine tiefe Freundschaft verbindet. Er war der erste, der meinen Glauben hervorbrachte, mir als Zeichen der Verbundenheit das Abzeichen des Schildes des Schöpfung schenkte und mir ein Gebetsbuch des Ordens anvertraute, auf das mir die Zeilen immer greifbar seien, wenn es erforderlich ist. Seit diesem Tage spreche ich die Worte des Ordens in der Schlacht:
Gnade mit euch, Feinde der Schöpfung, wir sind der Schild! ….
Ich fühle mich diesem Orden zutiefst verbunden und so begleiten mich dessen Werte auf all meinen Wegen. Viel zu oft musste ich daher auch schon Worte des Trostes sprechen über den gefallenen Brüdern und Schwestern und so muss ich mein Vertrauen in die Gnade des Silbernen setzen, auf das er einen neuen Anfang schafft für die Seelen der Gestorbenen.
Im Kampf stehen wir zusammen. Meist formiert sich der Orden früher zur Schlacht, da wir uns erst aus den verschiedenen Teilen der Stadt sammeln müssen. Wenn wir auf das Schlachtfeld ziehen, suchen wir den Schildwall des Ordens. Der Orden als Schild und die Stadtwachen dahinter, die Wehren zwischen die Schilde gefällt. Sollen sie kommen!

Eine dumme Idee

Wir haben den Abend Ausgang. Das ist eine feine Sache und trägt sehr dazu bei, die Moral bei den Stadtwachen hochzuhalten. Egal wie viele Kämpfe toben, ab und an müssen die Brüder und Schwestern auch mal abschalten. Wir machen uns auf den Weg in die Taverne. Arayan ist noch mit einigen Reisenden der Sturmbrecher beschäftigt und will nachkommen. Den Sturmbrechern kann man vertrauen, daher haben wir keine Bedenken dabei. Es ist ein lustiger Abend. Olaf hat einen Geigenspieler der Kupfernen Armee organisiert und der Wirt kann wunderbar singen. Loch Lomond, ein Lied aus seiner Heimat. Ich habe es heute noch im Kopf. Nach einiger Zeit fällt uns auf, dass Arayan nicht da ist. Gut angetrunken aber besorgt machen wir uns auf den Weg zur Thronhalle. Auf dem Weg erfahren wir, dass die Sturmbrecher und Arayan die Idee hatten, ihr die Kleider der Kaiserin anzuziehen und damit die Lorkaner anzulocken. Eine wunderbare Idee. Man könnte sich auch eine Zielscheibe aufmalen und beim Wettstreit der Bogenschützen mitmachen. Wir sind sauer. So langsam beginnt der Zorn den Nebel des Alkohols zu lichten. Gut kampffähig sind wir nicht, aber was zählt das schon. Alle greifen zu den Langwehren und wir marschieren zu den Sturmbrechern. Der Geigenspieler begleitet uns und hat als Ergänzung zur Geige noch seinen Streithammer eingepackt. Schaden kann das nicht. Am Eingang zum Lager der Sturmbrecher sitzen zwei Wachen auf einer Bank. Zum Glück kommen sie nicht auf die Idee, uns von unserer Herrin fernhalten zu wollen. Ich habe an diesem Abend keine Lust auf irgendeine Diskussion. Im Lager finden wir Arayan in den Kleidern der Kaiserin und die Sturmbrecher wartend der Dinge die da passieren. Sie haben allerdings nicht mit der gesamten Stadtwache von Weltenwacht gerechnet, die mit schlechter Laune in ihr Lager marschieren und ihnen erklären, was für eine dumme Idee das war. Arayan ist ungewohnt kleinlaut. Zum Glück fängt der Geigenspieler an die Gemüter zu besänftigen. Mit diesen Klängen geht der Abend zu Ende. Angriffe erfolgen keine aber es verfestigt sich mein Eindruck über die Sturmbrecher. Wie sagt mein Bruder Waranor immer, starrsinnige Irre.

Ein Wunder

Die Kaiserin ist verschwunden und es hat sich herausgestellt, dass und ihre Seele in der Unterwelt gefangen gehalten wird. Sie sollte befreit werden und viele nahmen sich der Aufgabe an. Insbesondere einige der Reisenden taten sich dabei hervor. Vincent van Drainau z.B., ein guter Freund und jemand zu dem selbst ich körperlich aufblicken muss. Ich kann mich an eine Situation erinnern, wo wir eine wichtige Nachricht innerhalb von Weltenwacht überbringen mussten. Ich bin selbst von der Statur sehr groß, aber Vincent ist riesig. Wir liefen beide im Plattenpanzer durch die Stadt, Seite an Seite. Egal was uns dabei in den Weg gekommen wäre, man hätte später nur noch Fetzen finden können. Aber ich schweife ab.
Helmbrecht von den Sturmbrechern war ein weiterer Streiter, der sich sehr um die Seele der Kaiserin bemühte. Letztendlich gelang es sie aus der Unterwelt zu befreien. Sie war allerdings wieder ein junges Mädchen, fast noch ein Kind, dem man vieles beibringen musste. Sie wurde daraufhin in vielen Dingen gelehrt immer unter größter Vorsicht, damit der verderbte Feind ihrer nicht habhaft werden konnte. Sie wurde vermummt, verkleidet und immer heimlich von einer Stelle zur nächsten gebracht. Einmal war der Feind kurz davor sie zu erwischen. Wir konnten es gerade so verhindern indem wir mit den Stadtwachen in ein Lager einzogen und diese dann schon junge Frau in einen unserer Wappenröcke steckten und ihr einen Topfhelm aufsetzten. So marschierten wir dann ab Richtung Thronhalle. Dort saß sie dann in der hintersten Ecke, da sich überall Spione des Feindes aufhielten. Die Stadtwache patrouillierte nicht mehr. Alle hatten sich schwerstmöglich gerüstet. Der noch etwas schwachen jungen Kaiserin hatten wir einen Schild gegeben, damit sie sich dahinter verstecken konnte. Vincent und Helmbrecht wurden unter einem fadenscheinigen Grund verurteilt, bei uns Abbitte zu leisten und sie bildeten damit in der Nähe der Kaiserin die letzte Verteidigungslinie. Wir können uns glücklich schätzen, dass der erwartete Angriff nicht kam, aber wir wären bereit gewesen.
Der Feind kommt durch das Portal. Die Truppen rücken aus, um seinen Vormarsch zu stoppen. Wir schließen uns dem Kampf an, welcher hin und her wogt. Der Feind mag uns nicht zu bezwingen, wir allerdings können ihn nicht endgültig zurückwerfen. Den Ausschlag gibt dann eine junge Frau in einem rot-weißen Wappenrock, den Blick stolz erhoben. Sammelt euch ruft sie mit lautstarker Stimme. Das junge Mädchen ist nicht mehr zu spüren. Kraftvoll ruft sie die Truppe zusammen. Frischer Mut breitet sich aus. Sie ist das Fanal was wir brauchten. Nie wieder in meinem Leben bin ich mit soviel Stolz in eine Schlacht gezogen. Der Abschaum dieser schwarz-grünen Lorkaner hatte dem nichts entgegenzusetzen. Wie ein frischer Wind oder eher wie ein reinigender Sturm fuhren wir in die Feinde, die diesem Ansturm nichts entgegenzusetzen hatten. Der Boden färbte sich rot mit dem Blut unserer Feinde, die Angreifer wurden zurückgetrieben und ein weiteres Mal war der Fall der Stadt verhindert wurden.

Ein neuer Feind

Es ist Kaiserinnentag. Das Volk feiert, wir haben einen freien Abend und dürfen in der Thronhalle mit der hohen Gesellschaft ein Glas Wein mit trinken. Eine große Ehre. Wir sind ausgelassen und fröhlich. Inat Laron wurde verbannt und die Kupfernen wurden in ihre Lande zurückgedrängt. Weltenwacht ist frei und momentan nicht bedrängt. Händler kommen in die Stadt und diese quillt nahezu über vor verschiedenen Waren aus aller Herren Länder. Es hätte ein schöner Tag sein sollen. …
Es werden Rufe laut in der Stadt. Die Reisenden sind gekommen und das an einem Feiertag. Sollten die Drachen uns zusammengeführt haben, um zu feiern. Es wäre schön … aber es sollte nicht sein.
Wir wurden angegriffen. Von Spinnen, von Abscheulichkeiten, mutierten Bestien und was weiß ich noch alles. Teile der Stadt wurden von Spinnweben eingesponnen und die giftigen Tiere setzten uns zu. Es ist kaum erträglich, wenn man für die Ordnung und Sicherheit in einer Stadt sorgen soll und wir des Nachts nur in schwer bewaffneten Trupps von Stadtteil zu Stadtteil ziehen, da hinter jedem Gebüsch irgendein Schrecken lauert. Dann öffnet sich das Portal und unbekannte Heerscharen ziehen gegen uns. Gekleidet in schwarz und grün, nach Blutopfern schreiend und begleitet von irgendwelchen Monstrositäten greifen sie uns an. Ich weiß warum die Reisenden hier sind. Ein neuer Feind ist erschienen und wir müssen uns ihnen entgegenstellen. Rüstet euch Kameraden, es gilt unsere Stadt zu verteidigen.
Sie nennen sich Lorkaner und schreien nach alten Göttern, die vor den Drachen geherrscht haben. Die Drachen haben sie besiegt und vertrieben und jetzt wollen sie wieder herrschen. Ein Leben in Ruhe scheint uns nicht vergönnt zu sein.
Der erste Fall von Weltenwacht
Weltenwacht wurde erobert, aber an dieser Stelle muss ich auf die Erzählungen eines Kameraden zurückgreifen, da ich kurz vorher mit einer dringlichen Nachricht ins Falkenreich geschickt wurde und nicht mehr zugegen war, als die Stadt zum ersten Mal fiel. Über viele Umwege zu Fuß und per Schiff habe ich meine Kameraden später in Volarinar, dem Reich der Kupfernen wiedergetroffen und es ist bis heute noch verwunderlich, dass wir uns im Land derer wiederfinden, die uns früher so stark attackiert haben.
Der Feind kam in großer Zahl und rannte gegen die Verteidiger an. Gerade die silbernen Paladine der Reisenden taten sich hervor, indem sie diesen dunklen Heerscharen immer wieder entgegentraten. Die Phalanx des Lichts wie sie sich vereint nannten, trat immer wieder an, um einen Sturmangriff gegen die Feinde zu führen und diese verfluchten Dansai, mächtige Hexen als Gefäße für ihre dunklen Götter zu Fall zu bringen. Wieder und wieder sind sie vereint mit allen Streitern des Lichts dagegen angerannt, aber dieser Tag war nicht zu gewinnen. Beim letzten Sturmlauf wurden sie hinter den Reihen des Feindes niedergestreckt und waren nicht mehr zu sehen. Wenn selbst die hellsten Seelen nicht standhalten können, was sollen dann einfache Sterbliche machen?
Es wurde zum Rückzug geblasen. Die Armee flutete durch die Stadt zum unteren Portal zurück. Ein dunkler Tag aber wenigstens kamen die meisten aus der Stadt heraus. Der letzte Schrecken ereilte sie beim Durchschreiten des Portals. Noch innerhalb der Stadt standen, die Seelen der gefallenen Silbernen Paladine, wortlos zu ihren Kameraden blickend. Nach einem Moment des gegenseitigen Ansehens ließen sie ihre Waffen fallen, drehten sich um und schritten in die Dunkelheit davon. Sie wurden nie wieder gesehen. Die besten der besten waren gefallen im Kampf um unsere Stadt. Eigentlich ist es Reisenden aus der zweiten Welt nicht bestimmt, in der ersten Welt zu fallen. Diese Streiter des Lichts blieben aber hier zurück.

Wir holen uns Weltenwacht zurück

Wir lagern in Volarinar. Das kupferne Heer und die Streitmacht aller Orden. Wir werden durch das Portal gehen und uns unsere Stadt wieder zurückholen. Es ist sonderbar an der Seite der früheren Feinde zu streiten. Ihre Disziplin ist nicht in Frage zu stellen und ihre Kampfkraft noch weniger. Morgen geht es los. Die Harnische sind geölt, die Waffen geschärft und es geht in den Krieg dem Feind zu entreißen, was uns heilig ist. Heute Morgen waren wir zur Messe beim Schild der Schöpfung. Immer mehr unserer Brüder und Schwestern suchen Trost bei der Predigt. Es hilft und vereint uns alle und viele von uns tragen das Zeichen des Ordens.
Am frühen Abend wird es unruhig im Lager. Der Großteil der Kupfernen Armee ist verschwunden und wurde von Reisenden ersetzt. Muss das wirklich sein? Wir haben eine sehr disziplinierte Armee durch eine Mischung aus Elitesoldaten und Sauhaufen ersetzt. Es wird schwierig dabei die Ordnung zu halten. Die Drachen scheinen uns prüfen zu wollen!
Abends kommt Waranor zu uns. Er hat auch Bedenken bezüglich der Disziplin der Armee. Wir können diese vielen Reisenden nicht alle kontrollieren. Trotzdem müssen wir die Hoffnung für unsere Stadt hochhalten. Wir werden daher den Kern der Armee bilden. Alle Orden und die Stadtwache vereint. Die Tarkuun als Paladine des Grauen Drachen, der Schild der Schöpfung und die Stadtwache als Phalanx der Vernunft wie Waranor uns alle nennt. Ein treffender Name in dem Durcheinander. Ein Sturmkeil aus Drachenglauben, Wille und massiven stählernen Harnischen um jeden Schildwall zu durchbrechen.
Am nächsten Morgen ist es soweit. Wir müssen in drei großen Gruppen zeitversetzt durch das Portal schreiten. Wir werden das Zentrum bilden. Wir gehen davon aus, dass es die erste Gruppe am schwersten hat, einen Brückenkopf zu bilden. Lasst uns vertrauen fassen. Greift zur Wehr Brüder und Schwestern, Weltenwacht ruft uns.
Das Portal öffnet sich und wir schreiten hindurch. Wir erscheinen auf der oberen Wiese der Stadt und rücken vor. Es sind Feinde auf dem Feld, aber längst nicht so viele wie befürchtet. Sollten wir sie unvorbereitet erwischt haben? Unsere Phalanx rückt vor. Plänkler werden beiseite geschoben, ungeordnete Truppenteile von Hämmern, Äxten und Langwehren in Stücke gehackt. Wer sollte uns jetzt noch aufhalten. Wir durchbrechen die Linien der Feinde und rücken in die Stadt ein. Das Ziel ist die Halle der Kaiserin. Dort ist es seltsam ruhig. Die Feinde sind geschlagen und wir ziehen weiter in die Eisenstadt. Am Rand des Weges aber lauert der wirkliche Schrecken. Die Leichname der gefallenen silbernen Paladine wurden geschändet und an die Pfosten der Laternen gehängt. Die früher glänzenden Rüstungen sind angerostet und nur noch vertrocknete Leichname stecken darin. Ehrfürchtig nehmen wir die gefallenen Helden herunter und bereiten sie für die letzte Ruhe vor. Niemand, schon gar nicht Menschen die solche Taten vollbracht haben, sollten so behandelt werden. Wir werden sie später in Würde bestatten.
Weltenwacht gehört wieder uns!

Inat Laron

Was soll ich zu dem Sohn eines Gottes und der Prima Maga sagen? Einem Halbgott der lange Zeit gegen uns gestritten hat, in die Unterwelt verbannt wurde, dort geläutert wurde, jahrelang von seinem Berater Lorkan beeinflusst wurde und am Ende mit aller Kraft für unsere Sache gestritten hat. Wer bin ich ihn zu ergründen und eine gut begründete Meinung zu ihm abzugeben? Wir waren Feinde und ich habe ihn gehasst, da er alles angegriffen hat, was mir lieb und teuer ist. Er hat für uns gestritten und sich in einem Zweikampf dem Spinnengott entgegengestellt, wobei er von vielen Streitern unterstützt werden musste, die als seine Anker in dieser Welt dienten. An diesem Tag hat er uns alle gerettet und gesiegt. Ich habe ihn schwach gesehen nur in einem zerfetzten grauen Gewand, wie er aus der Niederhölle, der Unterwelt kam und erst wieder zu alter Stärke finden musste. Ich habe an einem Tag mit ihm auf dem Schlachtfeld gestritten und ich war froh an seiner Seite zu sein, während wir die Feinde zurücktrieben. Ich habe sein Entsetzen gesehen, als er in die Niederhöllen verbannt wurde und erkannt hat, dass Lorkan ihn die ganze Zeit hintergangen hat. Ich habe gelacht, als er bei einer Audienz mit sehr redseligen Magiern an der Seite der Kaiserin eingeschlafen ist. Ich kann ihn verstehen. Wir Silbernen müssen gnädig sein, aber manchmal ist es sehr schwer.
Inat Laron hat den Leichnam unserer geliebten Kaiserin aus Weltenwacht herausgetragen als die Stadt endgültig gefallen ist und dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Er soll in Frieden ruhen, aber sein Ende will ich später erzählen.

Es darf nicht sein

Sie hat es uns gesagt. Es gibt keine andere Lösung. Nach und nach bestellt sie geliebte Reisende und Menschen aus unserer Welt zu sich, um sich von ihnen zu verabschieden. Sie ist gewillt, das letzte Opfer zu bringen, um alle anderen zu retten. Sie läßt sich nicht davon abbringen, dass dieser Weg der richtige ist und wer sind wir, die Worte unserer geliebten Kaiserin anzuzweifeln. Olaf unser Koch, Rechthelm unser Schreiber und ich stehen zusammen. Männer die körperlich noch nicht alt sind, aber zu viele Schlachten und Kriege gesehen haben. Wir fühlen uns als und sehen uns in die Augen. Viele Worte sind nicht notwendig. Sollte die Kaiserin das letzte Opfer bringen und die Stadt Weltenwacht fallen, wollen wir das nicht überleben. Das ist unsere Stadt und wir werden sie diesem Abschaum von Lorkanern nicht freiwillig geben. Arayan, Hulda und den anderen Wachen sagen wir nichts. Zur Not werden wir sie bewusstlos schlagen und durch das Portal werfen. Ihr Leben soll weitergehen aber unsere Reise neigt sich dem Ende entgegen.

Der Opfergang

Wir stehen bereit als Nachhut hinter der Schlachtreihe. Die Schlacht um Weltenwacht tobt, aber wir müssen uns noch zurückhalten. Die Kaiserin hat es so befohlen. Reisende fordern uns auf mitzukämpfen aber unsere Zeit ist noch nicht gekommen. Dann erscheint die Kaiserin. Begleitet von treuen Verbündeten, dem Heer der Nordleute, zieht sie auf das Schlachtfeld um sich diesem Gott der Gier, diesem Spinnengott entgegenzustellen. Die Stadtwache versammelt sich ein letzten mal. Lasst uns Taten vollbringen, die noch in eintausend Jahren besungen werden. So ziehen wir in die letzte Schlacht gegen die Dunkelheit. Hinter der wogenden Masse des Abschaums und der Abscheulichkeiten ist dieser alte Gott zu sehen. Abscheulich und gräßlich ist er anzuschauen. Seine Streiter bekommen zu spüren, dass Weltenwacht noch nicht geschlagen ist. Zusammen mit den Nordmännern schlagen wir eine Bresche in ihre Truppen und schlachten das Gezücht ab, um an diesen Gott der Gier heranzukommen. Wir durchbrechen ihre Reihen und die Kaiserin stellt sich dieser Abscheulichkeit entgegen. Hart ist der Kampf und es ist schwer zu erkennen, was geschieht. Leider hatte unsere geliebte Kaiserin Recht und sie wird schlussendlich von diesem Spinnenwesen, diesem alten Gott gefällt. Wieso konnte es nicht jemand anders sein? Der Gott der Gier ist wie erstarrt aufgrund dieses Opfers. Niemand weiß was passiert. Da erscheint Inat Laron stößt diesen alten Gott zurück und hebt den Leichnam der Kaiserin auf. Er trägt sie vom Schlachtfeld und gleichzeitig werden die Rufe laut. Rückzug, alles zurück, zurück zum unteren Portal der Stadt. Was folgt ist Chaos. Verwundete, halb zusammengeflickt werden mitgenommen. Gute Freunde müssen sterbend zurückgelassen werden. Die Truppen des Feindes drängen unerbittlich nach, geraten aber in den Gassen der Stadt immer wieder in Hinterhalte, wo ihr Vormarsch gestoppt wird. Olaf und ich sind mit in der letzten Reihe, die sich kämpfend die Straße den Hügel herunter zurückzieht. Mit jedem Hieb erkämpfen wir Zeit, damit mehr Menschen die Stadt verlassen können. Der Bischof der Krakanter ist bei uns. Voller Zorn schlägt diese wandelnde Kathedrale, dieses Bollwerk des Glaubens mit seinem gewaltigen Streitkolben auf die feindliche vorrückende Schlachtreihe ein, aber auch er muss bald verwundet zurückweichen. Als sich die Straße am Fuß des Hügels zur Wiese vor dem Portal öffnet, ist es genug für Olaf und mich. Unser Weg war lang genug. Hier wollen wir den Feind halten und ein letztes Mal zeigen, dass Weltenwachts Wache steht, ungebeugt und ungebrochen. Der Feind hält kurz inne. An der Seite probiert uns eine dieser Abscheulichkeiten, mit langen Schneiden statt Armen anzufallen und niederzustrecken. Weltenwachts Zorn ist noch nicht verraucht Kreatur der Unterwelt. Zwei Wehren schlagen gleichzeitig in ihren Kopf und Torso ein und strecken diesen Abschaum nieder. War das wirklich alles. Sollen sie kommen! Wir stehen bereit!
Meine Geschichte hätte an dieser Stelle erzählt sein sollen und meine Reise zu Ende. Da ich diese Zeilen noch schreiben kann, war es wohl doch noch kein Ende. Mein Freund Waranor war zu dieser Zeit direkt am Portal ungefähr hundert Schritt hinter uns. Das habe ich erst später erfahren. Arayan war bei ihm und wollte nicht fliehen, bevor nicht alle ihr Wachen gerettet wären. Waranor versprach ihr sich darum zu kümmern, wenn sie doch nur gehen würde und so tat sie es. Und so fand uns mein Bruder kämpfend weit vor dem Portal dem Untergang Weltenwachts trotzend. Zieht euch zurück erscholl sein Ruf und wir hörten ihn. Was hat uns bewogen, dem Folge zu leisten, obwohl wir bereit waren für unsere Stadt zu sterben? Ich weiß es nicht mehr? War es der Befehlston? Hörten wir daraus die Aufgabe, die Arayan ihm anvertraut hatte? Oder war es einfach das Vertrauen in einen Bruder, den man nicht enttäuschen kann. Zurückblickend war es wohl das Vertrauen. Wie Waranor mir später sagte ist Vertrauen manchmal der stärkste Schild gegen die Nacht!
So verließen wir unseren Posten und zogen uns mit den verbliebenen Streitern durch das Portal zurück. Weltenwacht war endgültig gefallen! Liadara von Weltenwacht hatte sich geopfert und mit ihrer letzten Kraft ein Portal zur Flucht geöffnet und gleichzeitig dieses Gott der Gier an diesen Ort gefesselt, auf das er niemals die Ruinen von Weltenwacht verlassen kann. Ich hoffe er bleibt dort.

Das Ende in Fallacon

Das Portal hat uns nach Fallacon geführt, das Land des Roten Drachen. Waranor, der hier geboren wurde, sagt, dass wir wahrscheinlich in die unterste Kaste eingegliedert werden, wenn wir hierbleiben. Keine angenehme Vorstellung.
Viele sind in Weltenwacht zurückgeblieben als die Stadt gefallen ist. Wir haben viele Freunde verloren. Am härtesten trifft uns allerdings der Tod von Liadara von Weltenwacht. Ihr Leib liegt aufgebahrt in einer kleinen Kapelle. Friedlich liegt sie dort in ihrem dunkelblauen Kleid. Wir haben sie hierher getragen auf unseren Schultern. Rechthelm und ich stehen Totenwache um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Nach und nach kommen alle Geflohenen um sich von ihr zu verabschieden. Tapfere Streiter mit Tränen in den Augen und treue Orks die sich in den Staub werfen und nicht fassen können was passiert ist. Die engsten Vertrauten sitzen oder liegen um Kreis um die Aufgebahrte, zu kraftlos um noch stehen zu können. Diesen Tag wollte ich nie erleben und ohne Waranor wäre das auch nie passiert. Ich nehme meine letzte Kraft zusammen. Das mindeste was ich für sie machen kann, ist Wache zu stehen, wie ich es immer getan habe. Gute Reise meine geliebte Kaiserin, wo immer du auch bist. An diesem Tag ist kein Funken der Hoffnung geblieben, nur noch Asche und Staub.
Am nächsten Tag sind die Reisenden verschwunden und wir müssen wieder allein mit unseren Problemen ausharren.

Auf nach Elitawana

Es geht weiter. Fallacon ist kein Land, wo man sich einfach so aufhalten sollte. Wir ziehen weiter Richtung Meer und dann mit dem Schiff nach Zeitenklang, der Festung der Tarkuun. Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht. Das trifft auf uns alle zu. Wir kämpfen weil wir es gewohnt sind, aber das Ziel und die Überzeugung sind verschwunden. Mein Plattenpanzer fühlt sich doppelt so schwer an und meine Wehr liegt so schwer in der Hand. Ich kann mich nicht erinnern jemals so mutlos gewesen zu sein. Normalerweise geben wir uns gegenseitig Hoffnung aber dieses Mal hat uns die Mutlosigkeit alle erfasst. Selbst die sonst so inspirierenden Worte der Predigt von Waranor erreichen mich nicht mehr richtig.
In Zeitenklang erfahren wir, dass Elitawana bedroht wird. Elitawana, die verborgene Stadt. Ein Mythos und öfter als Scherz missbraucht, man solle nach Elitawana gehen. Die Stadt ist verborgen. Dort werden die Drachen in der Welt verankert. Niemand kann so einfach dort hingelangen. Und doch ist ein Ruf nach Hilfe zu uns gelangt und so wollen die Orden und wir probieren wenigstens etwas Hoffnung in diese brennende Welt zu bringen, auf der die Lorkaner überall auf dem Vormarsch sind.
Es war eine lange Schiffsreise und jetzt marschieren wir über grüne Hügel. Es soll nicht mehr weit sein. Waranor war uns schon vorausgereist. Ich hoffe ihn in Elitawana wiederzusehen.
Plötzlich erscheinen viele Menschen um uns herum. Darunter sind auch viele bekannte Gesichter. Die Reisenden sind zurück. Es scheint sich wieder etwas Entscheidendes anzubahnen. Kurz darauf kommen Feinde auf uns zu marschiert. Es sind allerdings nur schwache Stoßtruppen. Wir vertreiben sie nachdem ein guter Teil von Ihnen vor unserem Schildwall gestorben ist. Die Stadt ist nahe und wir marschieren im Eiltempo dorthin. Aber was heißt Stadt! Ein großer Tempel, eine Taverne und einige Hütten. Ist das wirklich alles? Als wir den Tempel erreichen ist davor bereits eine große Menge versammelt. Ich schiebe mich durch die Masse hindurch. Auf dem Boden liegt er. Blutüberströmt und ohne seine bekannte Rüstung wäre er kaum noch zu erkennen. Inat Laron! Gefallen in Elitawana. Die letzten verbliebenen Streiter hatten sich in dem Tempel verschanzt und er ist hinausgegangen, um den Feind zu vertreiben. Wer oder was kann einen Halbgott töten? Er hat selbst diesen Spinnengott bezwungen. Wenn hier irgendetwas lauert, was ihn töten kann, sollten wir schleunigst verschwinden.
Wir befragen die Priester. Ihre Erklärungen sind leider nicht sehr hilfreich. Man merkt ihnen an, dass sie ihr ganzes Leben von der Welt entrückt waren und von der Situation vollkommen überfordert sind. Wir suchen uns einen Platz zum Lagern.

Silberner sei mir gnädig


Sie haben es gewusst. Sie haben es viele Jahre gewusst und nichts unternommen. Wie kann man soviel versammelte Unfähigkeit auf einem Haufen haben. Ich weiß, meine Worte sind despektierlich, denn immerhin sind es die Hohepriester der Drachen dieser Welt. Trotzdem fällt mir dazu nicht mehr ein. Wie konnten sie nur? Die Drachen werden durch heilige Siegel in dieser Welt verankert. Diese befinden sich in Elitawana. Darum ist diese Stadt, oder besser Dorf, der Welt entrückt. Vor einigen Jahren wurden die Siegel aus den Stelen geschlagen und zerbrochen. Wie es aussieht, verfolgen die Lorkaner einen längeren Plan, um ihre dunklen Götter wieder zur Macht zu bringen. Die Welt wird in den Grundfesten erschüttert. Die Priester haben das sehr schnell mitbekommen und … nichts getan. Keine Boten, keine Nachrichten, keine Warnungen, gar nichts. Es ist schwierig gnädig zu bleiben bei soviel versammelter Dummheit. Das geben wir diesen Priestern in verschiedenen Gesprächen zu verstehen. Sie sind der Welt entrückt und probieren ihr Handeln zu begründen. Es hilft nichts.

Zeichen der Hoffnung

Welchen Aufgaben sollten wir uns zukünftig widmen? Wir waren eine Stadtwache ohne Stadt. Als Wachen in Elitawana? Ich befürchte, dass sich die meisten Brüder und Schwestern eher in ein Schwert stürzen würden. Wir beteten um Führung. Die Niedergeschlagenheit und Trauer musste doch irgendetwas weichen. In der Nacht gab es dann ein erstes Zeichen der Hoffnung. Das Licht des Silbernen erstrahlte so hell und wir standen in diesem Licht. Die Reisenden überbrachten uns die Nachricht, dass die Seele der Kaiserin in der ersten Drachenwelt aufgetaucht ist und sie den Fall von Weltenwacht überlebt hat. Frischer Mut regte sich in uns. Wir lebten noch, wir kannten die Werte für die unsere geliebte Liadara gestanden hat und es war an der Zeit diese in die Welt zu tragen, auf das sie nicht vergessen werden. Für die Heilige Liadara von Weltenwacht!

Eine neue Aufgabe

Wir beschlossen den Orden der Bewahrer des Erbes und der Werte der heiligen Liadara von Weltenwacht zu gründen. Hierzu baten wir die Stimme der Zeit, die Hohepriesterin aller Drachen, welcher wir schon lange in Freundschaft verbunden sind, um ihren Segen. Sie gab uns einige Aufgaben, welche wir erfüllen sollten und was wir genau für die Ordensgründung niederschreiben sollten. Mit neuem Eifer gingen wir ans Werk. Die Tugenden des Ordens seien Gerechte Gnade für alles was lebt, Rechtschaffener Zorn auf alles Verderbte, Schutz der Unschuldigen, Bewahrung des Erbes und des Andenkens an die heilige Liadara von Weltenwacht und die Vernichtung der Feinde der heiligen Liadara von Weltenwacht.
Wir riefen Freunde und Mitstreiter zusammen um gemeinsam die Ordensgründung zu vollziehen. Seit diesem Tag habe ich meinen Nachnamen abgelegt und bin nicht länger Georg von Hauenstein. Fortan bin ich Prior Georg, Ritterbruder des Ordens, der schon bald aufgrund der Kürze des Namens als Liadara Templer bekannt sein sollte.

Nachwort

Bruder oder Schwester, die ihr diese Zeilen lest, vergebt mir wenn manche Dinge im Zusammenhang schwer zu verstehen sind. Ich habe mich entschlossen die Ereignisse trotzdem niederzuschreiben, auf das sie nicht vergessen werden. Die Flamme des Silbernen Glaubens lodert wieder hell in mir und sie soll nie wieder erlöschen.
Andreas
 
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